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Effizienz & Lebensdauer – Wie leistungsfähig sind moderne LED-Systeme?

Die moderne LED-Technologie verbindet eine hohe Energieeffizienz mit einer langen Nutzungsdauer. Im Vergleich zu vielen konventionellen Lichtquellen kann sie deutlich mehr sichtbares Licht aus derselben elektrischen Energie erzeugen. Gleichzeitig ermöglicht die kompakte Bauform von LEDs eine präzise Steuerung der Lichtverteilung und die Integration in unterschiedlichste Beleuchtungssysteme.

Doch die tatsächliche Qualität einer LED-Beleuchtung lässt sich nicht allein an ihrer elektrischen Leistung oder einer angegebenen Lebensdauer von beispielsweise 50.000 Stunden erkennen.

Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Lichtausbeute, thermischem Management, LED-Ansteuerung, optischer Konstruktion und Alterungsverhalten. Erst wenn diese Faktoren aufeinander abgestimmt sind, entstehen Beleuchtungssysteme, die über viele Jahre effizient und zuverlässig arbeiten.

Besonders bei großflächigen LED-Lösungen, Leuchtdecken und architektonisch integrierten Lichtflächen ist diese ganzheitliche Betrachtung wichtig. Neben einem geringen Energieverbrauch müssen solche Systeme eine gleichmäßige Lichtverteilung, stabile Lichtfarben und eine dauerhaft ausreichende Helligkeit gewährleisten.

 

Was bedeutet Effizienz bei LEDs?

Die Energieeffizienz einer Lichtquelle beschreibt, wie wirkungsvoll sie die aufgenommene elektrische Energie zur Lichterzeugung nutzt.

Bei Beleuchtungssystemen wird hierfür vor allem die Lichtausbeute verwendet. Sie gibt das Verhältnis zwischen dem erzeugten Lichtstrom und der dafür benötigten elektrischen Leistung an.

Die übliche Einheit ist Lumen pro Watt (lm/W).

Die Berechnung lautet:

Lichtausbeute = Lichtstrom / elektrische Leistung

ηᵥ = Φᵥ / P

Dabei bezeichnet:

  • ηᵥ die Lichtausbeute in Lumen pro Watt (lm/W)

  • Φᵥ den erzeugten Lichtstrom in Lumen (lm)

  • P die aufgenommene elektrische Leistung in Watt (W)

Erzeugt eine LED-Leuchte beispielsweise einen Lichtstrom von 4.800 Lumen bei einer elektrischen Leistungsaufnahme von 40 Watt, ergibt sich eine Lichtausbeute von:

4.800 lm / 40 W = 120 lm/W

Je höher dieser Wert bei vergleichbaren Bedingungen ist, desto weniger elektrische Energie wird für eine bestimmte Lichtmenge benötigt.

Allerdings ist die Angabe lm/W kein unmittelbarer physikalischer Wirkungsgrad in Prozent. Der Lichtstrom berücksichtigt die spektrale Empfindlichkeit des menschlichen Auges. Zwei Lichtquellen können deshalb bei gleicher abgestrahlter optischer Leistung unterschiedliche Lumenwerte erreichen, wenn sich ihre Spektren unterscheiden.

Für den Vergleich von Beleuchtungsprodukten ist entscheidend, dass sich die Lichtausbeute auf dieselbe Systemgrenze bezieht. Der Wert einer einzelnen LED kann erheblich von dem einer vollständigen Leuchte abweichen.

 

Vom LED-Chip zum Gesamtsystem: Wo entstehen Verluste?

Eine LED-Leuchte besteht aus mehreren Komponenten, die gemeinsam ihre Effizienz bestimmen.

Der eigentliche LED-Halbleiter erzeugt Licht aus elektrischer Energie. Dieses Licht muss anschließend durch optische Elemente geführt, verteilt und gegebenenfalls gestreut werden. Gleichzeitig benötigt die LED eine geeignete Stromversorgung.

Jede dieser Stufen kann Verluste verursachen.

Effizienz des LED-Halbleiters

Die Umwandlung elektrischer Energie in Licht erfolgt im Halbleitermaterial. Ein Teil der aufgenommenen Energie wird dabei unvermeidbar in Wärme umgesetzt.

Wie effizient dieser Prozess abläuft, hängt unter anderem von der Halbleitertechnologie, dem Betriebsstrom, der Temperatur und der spektralen Zusammensetzung des erzeugten Lichts ab.

LED-Hersteller geben die Lichtausbeute ihrer Bauelemente üblicherweise unter definierten Messbedingungen an. Dazu gehören insbesondere die Temperatur und der elektrische Betriebsstrom.

Diese Werte dürfen nicht ohne Weiteres auf eine fertig montierte Beleuchtungsanlage übertragen werden.

Verluste in der LED-Ansteuerung

LEDs benötigen eine geeignete elektrische Versorgung. Je nach System erfolgt diese über Konstantstromtreiber, Konstantspannungsnetzteile mit nachgeschalteter Stromregelung oder integrierte elektronische Schaltungen.

Die Umwandlung der elektrischen Energie ist nicht verlustfrei. Ein Teil wird beispielsweise in Leistungshalbleitern, magnetischen Bauteilen und anderen Komponenten der Stromversorgung in Wärme umgesetzt.

Der Wirkungsgrad eines LED-Treibers beschreibt das Verhältnis zwischen abgegebener und aufgenommener elektrischer Leistung:

Treiberwirkungsgrad = Ausgangsleistung / Eingangsleistung

Ein Treiber mit 90 % Wirkungsgrad gibt demnach 90 % der aufgenommenen Wirkleistung an die angeschlossene Last ab. Die verbleibenden 10 % werden überwiegend in Wärme umgesetzt.

Der tatsächliche Wirkungsgrad ist abhängig vom Betriebszustand. Besonders bei geringer Auslastung können manche Netzteile weniger effizient arbeiten als im optimalen Lastbereich.

Optische Verluste

Auch die Lichtverteilung beeinflusst die Gesamteffizienz.

Linsen, Reflektoren, Abdeckungen und Diffusoren verändern den Strahlengang. Dabei kann Licht reflektiert, absorbiert oder in Bereiche umgelenkt werden, die für die gewünschte Beleuchtungsaufgabe nicht nutzbar sind.

Eine lichtstreuende Abdeckung kann beispielsweise eine sehr gleichmäßige Leuchtfläche erzeugen, gleichzeitig aber einen Teil des ursprünglich erzeugten Lichtstroms absorbieren.

Die optische Konstruktion muss deshalb einen Kompromiss zwischen hoher Lichttransmission, gleichmäßiger Ausleuchtung und der gewünschten visuellen Wirkung erreichen.

Beispiel für die Gesamteffizienz

Ein LED-Modul erzeugt unter den vorgesehenen Betriebsbedingungen 6.000 Lumen bei einer elektrischen Modulleistung von 40 Watt.

Seine Lichtausbeute beträgt damit 150 lm/W.

Wird das Modul in eine Leuchte integriert, deren optisches System 85 % des Lichtstroms nach außen abgibt, verbleiben 5.100 Lumen.

Bei einem Treiberwirkungsgrad von 90 % benötigt das Gesamtsystem für die 40 Watt Modulleistung rund 44,4 Watt aus dem Netz.

Die Lichtausbeute des Gesamtsystems beträgt somit:

5.100 lm / 44,4 W ≈ 115 lm/W

Die Lichtausbeute des LED-Moduls liegt bei 150 lm/W, während das vollständige Beleuchtungssystem unter den angenommenen Bedingungen nur etwa 115 lm/W erreicht.

Dieses vereinfachte Rechenbeispiel verdeutlicht, weshalb der Vergleich einzelner LED-Datenblattwerte nicht ausreicht, um die Energieeffizienz fertiger Leuchten zu beurteilen.

 

Systemeffizienz bei LED-Lichtflächen und Leuchtdecken

Bei einer klassischen punktförmigen Leuchte steht häufig die gerichtete Lichtabgabe im Vordergrund. Großflächige LED-Systeme müssen dagegen zusätzliche Anforderungen erfüllen.

Eine LED-Lichtfläche soll über ihre gesamte Fläche möglichst homogen leuchten. Einzelne LEDs dürfen dabei nicht als störende helle Punkte sichtbar werden. Gleichzeitig müssen die gewünschte Lichtfarbe, Helligkeit und gegebenenfalls dynamische Lichteffekte zuverlässig dargestellt werden.

Um eine gleichmäßige Ausleuchtung zu erzielen, werden häufig Diffusoren, reflektierende Innenflächen oder spezielle Anordnungen der LEDs eingesetzt.

Homogenität und Lichtausbeute

Eine stärkere Lichtstreuung verbessert häufig die Gleichmäßigkeit der sichtbaren Fläche. Sie kann jedoch auch die optischen Verluste erhöhen.

Das bedeutet: Ein LED-System mit besonders hoher Lichtausbeute auf Modulebene ist nicht zwangsläufig die beste Lösung für eine hochwertige Leuchtdecke.

Entscheidend ist vielmehr, wie viel nutzbares Licht das fertige System unter Einhaltung der gestalterischen Anforderungen erzeugt.

Eine effiziente Lichtfläche zeichnet sich deshalb durch mehrere Eigenschaften aus:

  • möglichst gleichmäßige Lichtverteilung

  • hohe nutzbare Lichttransmission

  • geeignete Anordnung und Betriebsweise der LEDs

  • geringe elektrische Verluste

  • zuverlässige Wärmeabfuhr

  • stabile Helligkeit und Lichtfarbe über die Nutzungsdauer

Gerade die Abstimmung zwischen LED-Modulen, Einbautiefe, reflektierenden Materialien und lichtstreuenden Abdeckungen hat erheblichen Einfluss auf das Ergebnis.

Effizienz ist nicht mit maximaler Helligkeit gleichzusetzen

Die höchste erreichbare Leuchtdichte ist nicht in jeder Anwendung sinnvoll.

Eine Leuchtdecke, die als großflächiges architektonisches Gestaltungselement eingesetzt wird, benötigt möglicherweise eine andere Helligkeit als eine funktionale Arbeitsplatzbeleuchtung.

Auch die Wahrnehmung von Blendung, Kontrasten und Farbwiedergabe spielt eine Rolle.

Die technisch beste Lösung erzeugt deshalb nicht unbedingt das Maximum an Lumen, sondern die für den jeweiligen Anwendungsfall geeignete Lichtwirkung bei möglichst geringem Energieeinsatz.

 

Wie wird die Lebensdauer von LEDs angegeben?

Neben der Energieeffizienz gehört die Lebensdauer zu den wichtigsten Eigenschaften moderner LED-Systeme.

Im Unterschied zu vielen traditionellen Lichtquellen fallen LEDs nicht zwangsläufig am Ende ihrer Nutzungsdauer plötzlich aus. Häufig nimmt ihre Lichtleistung im Laufe der Betriebszeit schrittweise ab.

Dieser Prozess wird als Lichtstromrückgang oder Lumen-Degradation bezeichnet.

Eine LED kann nach sehr langer Betriebszeit technisch noch funktionieren, obwohl sie für die vorgesehene Beleuchtungsaufgabe nicht mehr genügend Licht liefert.

Deshalb wird ihre Nutzungsdauer häufig über den verbleibenden Lichtstrom definiert.

Bedeutung von L70, L80 und L90

Der L-Wert beschreibt, welcher Anteil des ursprünglichen Lichtstroms zu einem festgelegten Zeitpunkt noch vorhanden sein soll.

KennwertBedeutung
L7070 % des ursprünglichen Lichtstroms
L8080 % des ursprünglichen Lichtstroms
L9090 % des ursprünglichen Lichtstroms

Die Angabe L70 = 50.000 Stunden bezeichnet demnach einen Zeitpunkt, an dem der betrachtete Lichtstromkennwert 70 % des Ausgangswerts erreicht.

Für eine vollständige statistische Interpretation ist zusätzlich die Verteilung innerhalb der betrachteten Produktpopulation zu berücksichtigen.

Was bedeutet B50?

Der B-Wert ergänzt die Lebensdauerangabe um einen statistischen Anteil.

Bei der Angabe L70B50 – 50.000 Stunden bedeutet dies, dass nach 50.000 Betriebsstunden statistisch 50 % der betrachteten, noch funktionsfähigen LED-Produkte die Grenze von 70 % des ursprünglichen Lichtstroms unterschreiten beziehungsweise erreicht haben können.

Die andere Hälfte erreicht mindestens den festgelegten Restlichtstrom.

Bei L80B10 ist der Anspruch strenger: Nach der angegebenen Betriebsdauer sollen mindestens 90 % der betrachteten, noch funktionsfähigen Produkte mindestens 80 % ihres ursprünglichen Lichtstroms erreichen.

Die Kennwerte beschreiben eine statistische Verteilung, keine garantierte Betriebsdauer jedes einzelnen Bauteils.

Lichtstromrückgang ist nicht gleich Totalausfall

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen schleichender Alterung und vollständigem Funktionsverlust.

Ein LED-System kann trotz fortschreitender Degradation weiterhin Licht erzeugen. Umgekehrt kann eine Leuchte durch einen Defekt des Treibers vollständig ausfallen, obwohl die LEDs selbst noch eine hohe Lichtleistung besitzen würden.

In erweiterten Lebensdauerangaben kann der C-Wert zur Beschreibung abrupter Ausfälle verwendet werden.

Eine realistische Bewertung der Lebensdauer muss daher sowohl den langfristigen Lichtstromerhalt als auch die Zuverlässigkeit des gesamten Systems betrachten.

 

Warum altern LEDs?

Auch wenn LEDs keine klassischen Glühfäden besitzen, unterliegen ihre Materialien und elektronischen Komponenten physikalischen Alterungsprozessen.

Die Geschwindigkeit dieser Prozesse hängt wesentlich von den Betriebsbedingungen und der Qualität der eingesetzten Bauteile ab.

Alterung des Halbleiters und der Gehäusematerialien

Die optischen Eigenschaften einer LED können sich während des Betriebs verändern.

Mögliche Ursachen sind unter anderem Veränderungen an Halbleiterstrukturen, Phosphormaterialien, Vergussmassen, Reflektoren und elektrischen Kontaktstellen.

Bei weißen LEDs spielt zusätzlich das Material eine Rolle, mit dem ein Teil der ursprünglich erzeugten Strahlung in andere Spektralbereiche umgewandelt wird.

Verändern sich die Eigenschaften dieser Materialien, kann nicht nur die Helligkeit abnehmen. Auch die Farbtemperatur und der wahrgenommene Farbort können sich verschieben.

Alterung optischer Komponenten

Nicht nur die LEDs selbst beeinflussen den langfristigen Lichtstromerhalt.

Abdeckungen, Diffusoren und andere optische Bauteile können durch Temperatur, UV-Belastung, Feuchtigkeit oder chemische Einflüsse ihre Eigenschaften verändern.

Vergilbungen, Trübungen oder Veränderungen der Oberflächen können zusätzliche Lichtverluste oder eine ungleichmäßige Ausleuchtung verursachen.

Bei architektonischen LED-Lichtflächen muss deshalb auch die langfristige Stabilität der verwendeten optischen Materialien berücksichtigt werden.

Elektrische und mechanische Ausfallmechanismen

Elektronische Bauteile unterliegen ebenfalls Alterungsprozessen.

Besonders relevant sind thermisch belastete Kondensatoren, Lötverbindungen, Kontakte und andere Komponenten der elektrischen Versorgung.

Temperaturwechsel können zusätzlich mechanische Spannungen erzeugen, weil sich verschiedene Materialien bei Erwärmung unterschiedlich ausdehnen.

Die Zuverlässigkeit eines LED-Systems hängt daher nicht allein von der Qualität des Halbleiters ab.

 

Welchen Einfluss hat die Temperatur auf die LED-Lebensdauer?

Die Betriebstemperatur gehört zu den wichtigsten Einflussgrößen für die Lebensdauer von LEDs.

Obwohl LED-Beleuchtung im Vergleich zu vielen konventionellen Lichtquellen effizient arbeitet, entsteht im Halbleiter und in der zugehörigen Elektronik Wärme.

Diese Wärme muss zuverlässig abgeführt werden.

Die Sperrschichttemperatur

Als Sperrschichttemperatur, häufig mit Tj bezeichnet, wird die Temperatur im aktiven Bereich des LED-Halbleiters bezeichnet.

Sie liegt im Betrieb normalerweise über der Umgebungstemperatur.

Wie groß der Temperaturunterschied ausfällt, hängt unter anderem von der Verlustleistung, dem thermischen Aufbau des LED-Gehäuses und der Wärmeableitung des Gesamtsystems ab.

Wird die zulässige Betriebstemperatur überschritten oder arbeitet die LED über lange Zeit in einem ungünstigen Temperaturbereich, können sich Alterungsprozesse beschleunigen.

Auch die momentane Lichtausbeute kann durch erhöhte Temperaturen sinken.

Thermisches Management

Ein geeignetes thermisches Management führt die entstehende Wärme über Leiterplatten, Wärmeleitmaterialien, Montageflächen oder Kühlkörper ab.

Bei LED-Lichtflächen sind insbesondere die Einbausituation und die Wärmeabfuhr über die tragende Konstruktion zu berücksichtigen.

Geschlossene Einbauräume, hohe Umgebungstemperaturen oder eine unzureichende Wärmeübertragung können dazu führen, dass die LEDs deutlich wärmer arbeiten als ursprünglich vorgesehen.

Deshalb sollte die tatsächliche Einbausituation möglichst früh in die technische Planung einbezogen werden.

Betriebsstrom und Lebensdauer

Auch der elektrische Betriebsstrom beeinflusst das Alterungsverhalten.

Eine hohe Bestromung kann eine größere Lichtmenge erzeugen, erhöht aber häufig die thermische Belastung und kann die Lichtausbeute durch Effekte wie den sogenannten Efficiency Droop verschlechtern.

Eine moderate Betriebsweise kann unter geeigneten Bedingungen Vorteile für Effizienz und Lebensdauer bieten.

Allerdings ist die Beziehung nicht für jedes LED-Produkt identisch. Die zulässigen Ströme und Temperaturen müssen anhand der jeweiligen Herstellerdaten und der vorgesehenen Anwendung bewertet werden.

 

LED-Treiber und die Zuverlässigkeit des Gesamtsystems

Ein LED-Treiber übernimmt die Aufgabe, die LEDs mit geeigneten elektrischen Betriebsbedingungen zu versorgen.

Seine Qualität beeinflusst nicht nur die Energieeffizienz, sondern auch den langfristigen Betrieb des Systems.

Ein geeigneter Treiber muss den vorgesehenen Spannungs- und Strombereich zuverlässig abdecken und unter den tatsächlichen Betriebsbedingungen funktionieren.

Wichtige Eigenschaften sind ein hoher Wirkungsgrad im relevanten Lastbereich, eine stabile Ausgangsregelung, angemessene Schutzfunktionen und ein zur Anwendung passendes thermisches Design.

Bei dimmbaren Systemen kommt außerdem das Verhalten in unterschiedlichen Helligkeitszuständen hinzu.

Ein Treiber kann im Volllastbetrieb effizient sein, bei sehr geringer Last jedoch einen deutlich schlechteren Wirkungsgrad erreichen.

Auch die Lebensdauer kritischer elektronischer Bauteile hängt von der Temperatur und elektrischen Belastung ab.

Bei der Planung langlebiger LED-Systeme ist deshalb die Zuverlässigkeit der Stromversorgung ebenso wichtig wie die Lebensdauerangabe der verwendeten LEDs.

 

Energieverbrauch und Wirtschaftlichkeit über die Nutzungsdauer

Eine LED-Beleuchtung verursacht nicht nur Anschaffungskosten. Während ihrer gesamten Nutzungsdauer entstehen weitere Aufwendungen für elektrische Energie, Wartung und gegebenenfalls den Austausch von Komponenten.

Für einen realistischen Vergleich verschiedener Lösungen werden diese Kosten gemeinsam betrachtet.

Dieses Prinzip wird als Total Cost of Ownership (TCO) beziehungsweise Gesamtkostenbetrachtung bezeichnet.

Berechnung des Energieverbrauchs

Der Stromverbrauch ergibt sich aus der elektrischen Leistung und der Betriebsdauer.

Energieverbrauch = Leistung × Betriebszeit

E = P × t

Wird die elektrische Leistung in Kilowatt und die Zeit in Stunden eingesetzt, ergibt sich der Verbrauch in Kilowattstunden (kWh).

Beispiel:

Eine LED-Lichtfläche besitzt eine elektrische Leistungsaufnahme von 50 Watt und wird jährlich 3.000 Stunden betrieben.

0,05 kW × 3.000 h = 150 kWh pro Jahr

Bei einem angenommenen Strompreis von 0,30 Euro je Kilowattstunde ergeben sich jährliche Energiekosten von:

150 kWh × 0,30 €/kWh = 45 Euro pro Jahr

Vergleich zweier LED-Systeme

Angenommen, in einem größeren Projekt werden 100 LED-Lichtflächen eingesetzt.

Zwei technisch geeignete Varianten erzeugen eine vergleichbare nutzbare Lichtleistung, unterscheiden sich aber in ihrer elektrischen Leistungsaufnahme.

KennwertSystem ASystem B
Leistung je Lichtfläche50 W35 W
Anzahl der Lichtflächen100100
Gesamtleistung5,0 kW3,5 kW
Betriebsdauer jährlich3.000 h3.000 h
Energieverbrauch jährlich15.000 kWh10.500 kWh
Energiekosten bei 0,30 €/kWh4.500 €3.150 €

System B spart bei den angenommenen Bedingungen jährlich 4.500 kWh beziehungsweise 1.350 Euro Energiekosten.

Über zehn Betriebsjahre ergibt sich daraus rechnerisch eine Einsparung von 13.500 Euro, ohne Berücksichtigung von Strompreisänderungen, Abzinsung oder Wartungsunterschieden.

Voraussetzung für diesen Vergleich ist, dass beide Lösungen die gleichen Anforderungen an nutzbaren Lichtstrom, Lichtqualität und Beleuchtungswirkung erfüllen.

Warum die Lebensdauer wirtschaftlich entscheidend ist

Ein zunächst günstigeres LED-System kann über seine Nutzungsdauer teurer werden, wenn es häufig gewartet oder vorzeitig ersetzt werden muss.

Das gilt besonders für schwer zugängliche Beleuchtungsanlagen.

Bei großflächigen Leuchtdecken, hohen Montagepositionen oder fest integrierten architektonischen Installationen können Austausch und Wartung mit erheblichem Arbeitsaufwand verbunden sein.

Eine wirtschaftliche Bewertung sollte deshalb zusätzlich die Zugänglichkeit, Austauschbarkeit von Komponenten, mögliche Betriebsunterbrechungen und die erwartete Nutzungsdauer berücksichtigen.

 

Effizienz über die gesamte Nutzungsdauer betrachten

Die Lichtausbeute einer LED-Anlage ist kein unveränderlicher Wert.

Während des Betriebs können sich Lichtstrom, spektrale Eigenschaften und elektrische Betriebsparameter verändern.

Ein System, das im Neuzustand besonders effizient arbeitet, muss deshalb nicht zwangsläufig die niedrigsten Gesamtkosten über viele Betriebsjahre aufweisen.

Auch Lichtregelungen beeinflussen die Energiebilanz.

Eine bedarfsgerechte Dimmung kann den Energieverbrauch reduzieren. Bei einer Konstantlichtstromregelung, auch Constant Light Output genannt, wird dagegen unter Umständen die elektrische Ansteuerung im Laufe der Nutzungszeit erhöht, um den Lichtstromrückgang auszugleichen.

Dadurch kann die Leistungsaufnahme über die Betriebsjahre steigen.

Eine vollständige Energiebewertung muss deshalb den vorgesehenen Betriebsverlauf und nicht ausschließlich den Anfangszustand berücksichtigen.

 

Wie lassen sich Effizienz und Lebensdauer zuverlässig beurteilen?

Für die Bewertung moderner LED-Systeme existieren verschiedene technische Messverfahren und Standards.

Dabei ist entscheidend, zwischen Messungen der anfänglichen Leistung, Untersuchungen des Alterungsverhaltens und Prognosen für die Langzeitnutzung zu unterscheiden.

Lichttechnische Messungen

Die Normenreihe ANSI/IES LM-79 beschreibt Verfahren zur Messung elektrischer und optischer Eigenschaften vollständiger Solid-State-Lighting-Produkte.

Hierzu gehören unter anderem Lichtstrom, elektrische Leistungsaufnahme, Lichtausbeute, Lichtverteilung und spektrale Eigenschaften.

Solche Messungen ermöglichen einen nachvollziehbaren Vergleich von LED-Produkten unter definierten Bedingungen.

Untersuchung des Alterungsverhaltens

ANSI/IES LM-80 behandelt die Messung der langfristigen Veränderung des Lichtstroms und weiterer optischer Eigenschaften von LED-Lichtquellen wie LED-Packages, Arrays und Modulen.

Die Ergebnisse können als Grundlage für Lebensdauerprojektionen nach ANSI/IES TM-21 dienen.

Dabei werden mathematische Modelle genutzt, um das Verhalten über einen längeren Zeitraum abzuschätzen.

Eine solche Projektion ist jedoch keine direkte Messung der tatsächlichen Lebensdauer einer vollständigen Leuchte.

Für LED-Leuchten sind zusätzlich die Anforderungen und Prüfverfahren der Norm IEC 62722-2-1 relevant.

Grenzen von Lebensdauerprognosen

Lebensdauerangaben beruhen häufig auf Prüfungen und anschließenden Berechnungen.

Eine Prognose von 50.000 Stunden bedeutet daher nicht automatisch, dass ein vollständiges Beleuchtungssystem über diesen Zeitraum praktisch getestet wurde.

Die Aussagekraft hängt insbesondere von der zugrunde liegenden Messdauer, den Betriebsbedingungen, der verwendeten Prognosemethode und dem untersuchten Bauteil ab.

Die Messung der LED-Degradation allein kann beispielsweise keinen Ausfall des Treibers oder eine Alterung der optischen Abdeckung vorhersagen.

Für eine fundierte Bewertung sollten Hersteller deshalb transparent angeben, worauf sich die ausgewiesene Lebensdauer bezieht.

Energieeffizienz und europäische Anforderungen

In der Europäischen Union regelt die Verordnung (EU) 2019/2020 Ökodesign-Anforderungen an Lichtquellen und separate Betriebsgeräte.

Die ergänzende Verordnung (EU) 2019/2015 behandelt die Energieverbrauchskennzeichnung von Lichtquellen.

Die Energieeffizienzklassen von A bis G beziehen sich auf die jeweils erfasste Lichtquelle und deren normativ berechnete Lichtausbeute. Sie dürfen nicht ohne Prüfung des Geltungsbereichs mit der Systemeffizienz einer vollständigen Beleuchtungsanlage gleichgesetzt werden.

Für technische Projektvergleiche sind daher zusätzlich die tatsächlich aufgenommene Leistung, der nutzbare Lichtstrom und die Bedingungen des vorgesehenen Betriebs zu betrachten.

 

Häufig gestellte Fragen zu LED-Effizienz und Lebensdauer

Wie lange halten LEDs tatsächlich?

Die Lebensdauer moderner LEDs hängt stark von der Bauweise und den Betriebsbedingungen ab. Angaben wie 50.000 Stunden sind typische Beispiele für deklarierte Nutzungsdauern, aber keine allgemeingültige Garantie. Ausschlaggebend sind die verwendeten Lebensdauerkennwerte, Temperaturen, Betriebsströme und die Zuverlässigkeit des Gesamtsystems.

Was bedeutet L70B50 bei einer LED?

L70B50 beschreibt eine statistische Lichtstromerhaltung. Bei der angegebenen Betriebsdauer erreichen mindestens 50 % der betrachteten, noch funktionsfähigen Produkte mindestens 70 % ihres ursprünglichen Lichtstroms. Daraus folgt nicht, dass alle LEDs zu diesem Zeitpunkt ausfallen.

Ist eine LED mit mehr Lumen pro Watt immer besser?

Ein höherer lm/W-Wert bedeutet bei gleichen Bezugsbedingungen eine bessere Lichtausbeute. Für die Eignung einer Beleuchtung spielen aber auch Farbwiedergabe, Lichtverteilung, Blendung, Homogenität und Lebensdauer eine Rolle. Entscheidend ist deshalb die Gesamteffizienz der fertigen Lösung.

Verlängert das Dimmen die Lebensdauer von LEDs?

Eine reduzierte elektrische Belastung kann die Temperatur der LEDs senken und damit die Alterung günstig beeinflussen. Wie groß dieser Effekt ist, hängt von der jeweiligen LED, dem Treiber und dem Dimmverfahren ab. Eine längere Lebensdauer kann daher nicht pauschal für jede Dimmkonfiguration garantiert werden.

Warum können LED-Leuchten trotz langer LED-Lebensdauer ausfallen?

LED-Leuchten bestehen aus mehreren Komponenten. Neben den LEDs selbst können Netzteile, elektronische Schaltungen, Lötverbindungen und optische Materialien altern oder ausfallen. Die Zuverlässigkeit des Gesamtsystems kann daher geringer sein als die prognostizierte Lichtstromerhaltungsdauer der LED-Bauelemente.

Warum ist die Temperatur bei LED-Lichtflächen wichtig?

Bei LED-Lichtflächen können die Einbausituation, geringe Bautiefen und geschlossene Konstruktionen die Wärmeabfuhr beeinflussen. Zu hohe Betriebstemperaturen können sowohl die unmittelbare Lichtausbeute als auch die langfristige Lebensdauer reduzieren. Eine geeignete Wärmeableitung ist daher ein wichtiger Bestandteil der technischen Konstruktion.

 

Fazit: Effizienz und Lebensdauer müssen gemeinsam betrachtet werden

Eine hochwertige LED-Beleuchtung zeichnet sich nicht allein durch eine möglichst hohe Lichtausbeute oder eine beeindruckende Lebensdauerangabe aus.

Erst das abgestimmte Zusammenspiel aus effizienter Lichterzeugung, geeigneter Elektronik, durchdachter Optik und zuverlässigem thermischem Management ermöglicht einen dauerhaft wirtschaftlichen Betrieb.

Die tatsächliche Systemeffizienz kann erheblich von den Daten einzelner LED-Bauelemente abweichen. Ebenso lässt sich die Lebensdauer eines vollständigen Beleuchtungssystems nicht allein aus dem Alterungsverhalten des LED-Halbleiters ableiten.

Für die Entwicklung und Planung langlebiger LED-Lösungen müssen deshalb sämtliche Komponenten und ihre Wechselwirkungen berücksichtigt werden.

Bei architektonischen Lichtflächen, Leuchtdecken und kundenspezifischen LED-Systemen ist eine ganzheitliche Konstruktion entscheidend: Sie verbindet eine hohe Lichtqualität mit geringem Energieverbrauch, stabilen Betriebsbedingungen und einer möglichst langen wirtschaftlichen Nutzungsdauer.